Einsam unter Palmen

5 Reiseblogger verraten die Schattenseiten ihrer Langzeitreisen

Nicht alles auf einer langen Reise ist positiv – vor allem, wenn man alleine unterwegs ist
Nicht alles auf einer langen Reise ist positiv – vor allem, wenn man alleine unterwegs ist
Foto: Getty Images

Erfolgreiche Reiseblogger werden von vielen beneidet: Sie sind ständig unterwegs, besuchen viele Länder und sehen dabei die atemberaubendsten Orte der Erde. Auf ihren Blogs und in sozialen Netzwerken berichten sie von ihren Reisen – doch die traumhaften Fotos auf Facebook und Instagram verschweigen mitunter ein Stück der Wahrheit. TRAVELBOOK hat fünf Reiseblogger nach den Schattenseiten ihrer Langzeitreisen befragt und auch erfahren, mit welchen Tricks man sie umschiffen kann.

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einsam unter Palmen

„Man kann sich auch unter Palmen unglücklich fühlen.“ Das sagt Anja Beckmann vom Reiseblog „Travel on Toast“. Ein Jahr lang ist sie um die Welt gereist, war in Asien, Lateinamerika, Australien und Neuseeland. Ausgerechnet in einem ihrer Lieblingsländer erlebte sie einen der einsamsten Momente ihrer Reise. „Zu meinem Geburtstag war ich in Ubud auf Bali. Um mich herum: nur verliebte Pärchen in den Flitterwochen. Mein Freund hatte die Zeitdifferenz falsch berechnet und rief mich erst am nächsten Tag an. Allein saß ich am Abend auf der Terrasse meines Bungalows, kein schöner Moment.“

Auf Bali erlebte Anja neben den schönsten auch einen der einsamstem Momente ihrer Weltreise

Auf Bali erlebte Anja neben den schönsten auch einen der einsamstem Momente ihrer Weltreise. Foto: Travel on Toast

Alleinreisen mag sie trotz des verpatzten Geburtstags immer noch gern: „So lerne ich am besten neue Menschen kennen.“ Mit den neu gewonnenen Reisefreunden teilt sie dann gemeinsame Erlebnisse wie Ausflüge oder Abendessen. Außerdem kann man sich bei Notfällen gegenseitig unterstützen.

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kulturelle unterschiede können nerven

Ariane Kovac vom Reiseblog Heldenwetter hat schon mehrere Auslandsaufenthalte in Südamerika hinter sich. Die Sehnsucht nach der Heimat packte sie am stärksten, wenn es auch in anderen Bereichen gerade nicht so gut lief, sie beispielsweise krank war oder es auf der Arbeit stressig wurde. „Da kann einen jeder noch so kleine kulturelle Unterschied, den man sonst sympathisch oder witzig findet, total nerven“, stellt die Bloggerin fest. Eine Erkenntnis, die sie dabei gewonnen hat: „Jeder Auslandsaufenthalt, jede Langzeitreise ist immer die beste, aber auch die schlimmste Zeit deines Lebens.“

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Gegen akutes Fernweh hat Ariane noch einen besonderen Tipp: „Es muss dir nicht unangenehm oder peinlich sein, wenn du für ein paar Tage einfach Lust hast, nur mit deinen Landsleuten unterwegs zu sein, dich in europäisch aussehenden Einkaufszentren oder Supermärkten aufzuhalten und deutsche Musik zu hören. Muss auch manchmal sein – und danach hat man auch wieder Lust auf das Andere und Fremde.“

Bloggerin Ariane Kovac vor dem Machu Picchu in Peru

Bloggerin Ariane Kovac vor dem Machu Picchu in Peru. Foto: Heldenwetter

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Als Einzige allein mit Hund

Bloggerin Elke Weiler vom Meerblog genießt das Meer und ausgedehnte Reisen mit ihren beiden Hunden Janni und Julchen. Auch sie kennt diese einsamen Momente: „Ich war auf einem Campingplatz und um mich herum das pralle Leben. Ich schien die einzige zu sein, die allein mit einem Hund unterwegs war.“ Um sich aus so einer negativen Reisestimmung wieder zu befreien, empfiehlt sie, selbst aktiv zu werden und Yoga zu machen oder den Ärger einfach hinauszuschreien. „Bei mir hilft Schwimmen immer!“, sagt sie.

Trotz dieser Momente der Einsamkeit, die zwangsläufig manchmal da sind, rät die Reisebloggerin auch sensiblen Menschen dazu, eine längere Reise zu wagen: „Ich denke, wenn jemand diese eine Reise wirklich will, wird er auch alle Möglichkeiten entdecken, sie zu der schönsten Reise seines Lebens zu machen. Momente des Zweifelns, komische Erlebnisse und Regentage gehören dazu.“

Bloggerin Elke Weiler mit ihrem treuen Reisbegleiter, dem Bearded Collie Julchen

Bloggerin Elke Weiler mit ihrem treuen Reisbegleiter, dem Bearded Collie Julchen. Foto: Meerblog

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„Wie ich einen Ort erlebe, hängt von mir ab“

Johannes Klaus vom Reiseblog Travel Episodes fiel es auf seiner 14-monatigen Weltreise meist leicht, neue Leute kennenzulernen. Trotzdem erlebte er auch Durststrecken, wie er TRAVELBOOK verrät: „Wie ich einen Ort und seine Menschen erlebe, hängt weniger vom Ort ab, sondern fast zu 100 Prozent von mir selbst. Bin ich schlecht drauf, zeigt sich das in meiner Ausstrahlung. Das führt dazu, dass die Menschen, die ich treffe, auf mich entsprechend abweisend reagieren. Bin ich gut drauf, ist die Welt ein wundervoller Ort – ob auf Juist oder in Somalia.“

Sein Tipp für solche Momente: „Reist man allein, hilft es, sich Kraft und Liebe bei den Daheimgebliebenen zu holen – per Skype oder Telefon. Nur schnell aufgeben, das sollte man nicht. Gerade am Anfang kann es etwas dauern, bis man in den Reise-Flow kommt und sich zwischen Streetfood, Hostels und dem nächsten Bus bewegt wie ein Fisch im Wasser.“

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Reiseblogger Johannes Klaus in Moskau

Reiseblogger Johannes Klaus in Moskau. Foto: The Travel Episodes

Vom Kulturschock nach der Langzeitreise

Sebastian Canaves vom Abenteuer-Reiseblog Off the Path erzählt von einem Nachteil, der aus einer eigentlich positiven Seite des Reisens erwächst. Fast ein Jahr lebte er in Australien und versuchte, so tief wie möglich in die Kultur einzutauchen. Danach fiel es ihm schwer, sich wieder auf Deutschland einzulassen: „Für mich waren Deutsche einfach nur schlecht gelaunt, viel zu akribisch und hatten kaum Spaß im Leben. Ich sehnte mich nach der australischen Mentalität und danach, dass es ganz normal war, mit Fremden wie dem Verkäufer im Café ein kleines Pläuschchen zu halten.“

Inzwischen hat Sebastian für diesen Nachteil aber eine gute Lösung gefunden und gelernt, generell offener auf Menschen zuzugehen. „Statt sich Ewigkeiten nach den Gewohnheiten anderer Kulturen zu sehnen und in der eigenen Heimat alles nur schwarz zu malen, sollte man die neu gelernte Mentalität einfach zu Hause leben. Auch in Deutschland sind die meisten Leute supernett zu einem, wenn man ihnen gut gelaunt begegnet.“

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Nach Australien musste sich Reiseblogger Sebastian Canaves erst wieder an die deutsche Mentalität gewöhnen

Nach Australien musste sich Reiseblogger Sebastian Canaves erst wieder an die deutsche Mentalität gewöhnen. Foto: Off The Path

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