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Aus Angst vor Piraten

Kreuzfahrtschiff-Passagiere mussten nachts das Licht ausmachen

Kreuzfahrt
Das im Hafen liegende Kreuzfahrtschiff „Sea Princess“ auf der Karibikinsel „Saint Vincent und die Grenadinen“
Foto: dpa picture alliance

Es wäre wohl der Albtraum schlechthin für jeden Kreuzfahrtpassagier: Ein Angriff durch Piraten. Auf dem Schiff „Sea Princess“ wurden jetzt Gäste scheinbar ungefragt auf ein solches Szenario vorbereitet – live, während des Urlaubs. TRAVELBOOK hat zu dem Fall verschiedene Reedereien befragt.

Was das Onlinenachrichtenportal „news.com.au“ über die Erlebnisse von Gästen des Kreuzfahrtschiffes „Sea Princess“ berichtet, klingt ziemlich skurril – und hatte doch einen realen Hintergrund, wie die Autorin Carolyne Jasinski berichtet, die selbst mit an Bord war. Die Maßnahme habe dazu gedient, die Passagiere auf einen möglichen Piratenangriff vorzubereiten.

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Besorgte Anrufe auf der Brücke

Bei der insgesamt 104 Tage dauernden Kreuzfahrt rund um die Welt sei diese Übung während der Durchquerung des Indischen Ozeans, des Arabischen Meeres, des Golfes von Aden sowie des Suez-Kanals durchgeführt worden. Auch sei im Bordfernsehen ein Dokumentarfilm über Piraterie auf dem Meer gezeigt worden. Die Stimmung sei dadurch angespannt gewesen, immer wieder hätten Gäste auf der Brücke angerufen und vermeintlich verdächtige Schiffe gemeldet.

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Die gefährlichste Gegend der Welt für Piratenangriffe ist nach wie vor die Küste von Somalia – die modernen Freibeuter attackieren mit kleinen schnellen Booten, nehmen nicht selten Geiseln. Noch immer schützt die Bundeswehr beispielsweise mit der Operation Atalanta Schiffe dort. Carolyne Jasinski berichtet, es seien auf der „Sea Princess“ verschiedene Sicherheitsübungen durchgeführt worden, auch seien zur Abwehr möglicher Angriffe Wasserschläuche an Deck bereit gehalten worden. Im Übrigen habe es aber über die Übung erstaunlich wenig Beschwerden gegeben, und letztlich sei es ja auch nicht zu einem echten Angriff gekommen.

Eigene Sicherheitsabteilung an Bord

TRAVELBOOK fragte bei Reedereien nach: Was tun diese, um das Risiko eines Piratenangriffs oder ähnlicher Gefahren zu minimieren? „Unsere Sicherheitsmaßnahmen gehen weit über die hinaus, die zum Beispiel an Flughäfen durchgeführt werden“, sagt Peter Ulf Geisler, Pressesprecher von Royal Caribbean. „Wir wissen ja schon Monate im Voraus ganz genau, wer bei uns an Bord kommt. Außerdem planen wir akribisch, wo wir langfahren und stimmen uns vor Ort auch stets mit den entsprechenden Behörden ab.“

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Godja Sönnichsen von TUI Cruises ergänzt: „Wir haben eine eigene Sicherheitsabteilung an Bord jedes Schiffes, trainieren auch gezielt für solche Szenarien. Jedes Crewmitglied hat in solchen Fällen eine ganz bestimmte Aufgabe.“ Im deutschen Winter verkehre eines der Schiffe der Gesellschaft auch im Persischen Golf, hier würden Gäste gezielt und umfassend über Sicherheitsmaßnahmen informiert – zum Beispiel vorab per Mail, über Bordansage oder per Kabinenbrief. „Im Golf von Aden beispielsweise bitten wir unsere Gäste in den Außenkabinen schon manchmal, das Licht auf den Balkonen zu löschen. Bisher haben wir deshalb aber nie Probleme mit den Passagieren oder Beschwerden gehabt.“

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