Sächsische und Böhmische Schweiz

Was man im Elbsandsteingebirge gesehen haben muss

Basteibrücke, Elbsandsteingebirge
Die Basteibrücke ist die beliebteste Sehenswürdigkeit im Elbsandsteingebirge
Foto: Getty Images

Es ist zweifelsohne eine der schönsten Regionen in ganz Mitteleuropa: die Sächsische und die Böhmische Schweiz, die zusammen das Elbsandsteingebirge bilden. TRAVELBOOK-Autoren Annette Schimanski und Robin Hartmann waren vor Ort und verraten, was man bei einem ersten Besuch unbedingt sehen sollte.

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Der Nationalpark Sächsische Schweiz mit dem Elbsandsteingebirge erstreckt sich über rund 90 Quadratkilometer in Sachsen und wird auf der tschechischen Seite von weiteren 80 Quadratkilometern ergänzt. Die Zuflüsse und Strömungen des kreidezeitlichen Meeres formten die Sandsteinschichten durch Ablagerung von marinen Sedimenten, aus denen letztendlich die außergewöhnlichen Felsformation entstanden, die wir heute im Elbsandsteingebirge bewundern können. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Basteibrücke, die 194 Meter über der Elbe liegt und einen magischen Blick über das Elbtal bietet.

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Die malerische Zugstrecke entlang der Elbe

Die Zugstrecke von Dresden Richtung Pirna, Rathen und Bad Schandau gehört zu den schönsten Mitteleuropas, denn die Schienen schlängeln sich entlang der Elbe durch das Tal, vorbei an beschaulichen Ortschaften und erhabenenen Felsformationen. Die Fahrt nach Wehlen dauert knapp eine halbe Stunde, von dort aus kann man eine Wanderung bis hinauf zur Basteibrücke starten. Auch vom Kurort Rathen gelangt man zu der weltberühmten Felsenburg, deren Reste auch heute noch in luftiger Höhe über dem Nationalpark thronen. Schon seit dem 18. Jahrhundert ist die Bastei ein beliebtes Ausflugsziel, und sogar Maler Caspar David Friedrich ließ sich vermutlich von dem Naturwunder zu seinem Bild „Wanderer über dem Nebelmeer“ inspirieren – offen erkennbar ist dagegen der Einfluss der Landschaft bei seinem Werk „Felsenpartie im Elbsandsteingebirge.“. Andere Künstler, die das Elbsandsteingebirge angeregt hat, sind zum Beispiel die Komponisten Richard Wagner und Carl Maria von Weber – letzterer nutzte die bizarre Natur als Vorbild für die Schlüsselszene in seiner wohl berühmtesten Oper „Der Freischütz“, in der ein junger Jäger in der sogenannten Wolfsschlucht mit dem Teufel kämpft.

Künstler waren es übrigens auch, die der Sächsischen Schweiz überhaupt erst ihren Namen verliehen, denn die Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff , die ab Mitte des 18.Jahrhunderts an der Dresdner Akademie tätig waren, waren auch die ersten, die die Schönheit der einheimischen Natur gemeinsam mit ihren Schülern auf Leinwand bannten. Der Hofadel zeigte sich begeistert und reiste daraufhin in der Folgezeit immer häufiger ins Elbsandsteingebirge, womit nebenbei quasi der Tourismus in der Region „erfunden“ wurde.

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Der steile Weg zur Basteibrücke wird mit einem schönen Ausblick entlohnt. Auf dem Weg befindet sich auch die Felsenburg Neurathen.
Foto: Annette Schimanski

Das idyllische Panorama auf das Elbtal.
Foto: Annette Schimanski

Etwa acht Kilometer weiter entlang der Elbe erreicht man die Festung Königstein, die auf einem Tafelberg thront und deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Auf einer Höhe von 247 Metern ist auch hier ein einzigartiger Ausblick auf den Nationalpark gewährleistet – das umliegende Land ist bis auf die hunderte von Felsnadeln so flach, dass man bis hinüber nach Tschechien blicken und Erhebungen wie den Hohen Schneeberg und den Großen Winterberg sehen kann. Ersterer ist übrigens grenzübergreifend mit 723 Metern der höchste Gipfel im gesamten Nationalparkgebiet und liegt auf tschechischem Boden.

Festung Königstein

Die Festung Königstein blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück.
Foto: Getty Images

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Mit der Fähre nach Tschechien übersetzen

Das kleine Örtchen Schöna ist eine gute Möglichkeit, um über die Elbe nach Tschechien überzusetzen. Fähren verkehren den ganzen Tag für wenige Euro zwischen den Landesgrenzen. In wenigen Minuten befindet man sich im tschechischen Ort Hřensko (zu Deutsch: Herrnskretschen), dessen Eingang von Sandsteinfelsen eingerahmt ist.Mit nur etwa 300 Einwohner besteht der Ort aus wenigen Häusern und vor allem Hotels, in denen man günstig, aber nicht sonderlich luxuriös, absteigen kann. Highlight ist auch hier die Natur: Im umgebenden Wald kann man – wie fast überall im Elbsandsteingebirge – wunderbar wandern.

Hřensko erreicht man aber auch bequem in wenigen Fahrminuten über die Straße von Bad Schandau, von hier bieten sich spektakuläre Ausflugsmöglichkeiten wie zum Prebischtor oder in das malerische kleine Dorf Visoká Lípa bzw. Hohenleipa, wo man vor traumhafter Naturkulisse zu Preisen wie vor 50 Jahren deftig essen kann.

Der kleine tschechische Ort Hřensko wird umrahmt von den Sandsteinfelsen.
Foto: Annette Schimanski

Lange Wanderungen auch für Anfänger

Hřensko, 115 Meter über dem Meeresspiegel gelegen und damit der tiefste Punkt Tschechiens, ist wie bereits erwähnt der ideale Startpunkt für eine rund 20 Kilometer lange Tour, die zum Prebischtor (Pravčická brána) führt, einer natürlichen Sandstein-Felsbrücke umgeben von Felsformationen, die weit in die Tiefe ragen und in Tannenwälder übergehen. Der Blick von den Aussichtsplattformen (3 Euro Eintritt) reicht bis in den deutschen Nationalpark. Die Brücke selbst darf seit den 1980er-Jahren nicht mehr betreten werden. Die meisten Waldszenen im ersten Teil von „Die Chroniken von Narnia“ aus dem Jahr 2005 entstanden in der Böhmischen Schweiz, rund um das Prebischtor.

Ein künstlicher Wasserfall inmitten der Natur

Der Wanderweg, der auch für Anfänger geeignet ist, führt durch den Wald nach Mezní Louka. Wer von hier aus nach Hřensko zurückkehren möchte, kann den Weg zu Fuß und mit Boot durch die Edmundsklamm und die Wilde Klamm wählen. Der einzige Wermutstropfen auf dieser Tour: der Wasserfall, der die Besucher begrüßt, ist künstlich und wird von den Fahrern ausgelöst.

Das Prebischtor ist nur eines der Highlights in der Region.
Foto: Annette Schimanski

Es gibt auch die Möglichkeit, nach Süden über die Belvedere-Aussichtsplattform ins nächste Städtchen Děčín (etwa 30 Kilometer) zu wandern, doch die meisten Touren, die in Hřensko starten, führen über das Prebischtor.

Über das Wasser durch den Nationalpark

Wandermuffel können die Region auch auf dem Wasserweg erkunden, entweder bequem auf dem Dampfer oder etwas sportlicher im Kanu oder Paddelboot. Geführte Tagestouren finden auf Schlauchbooten statt, die zwischen Dresden und Schöna unterwegs sind und in denen man in jedem Ort entlang der Strecke starten kann.

Wanderungen in der Sächsischen Schweiz

Wer kann, sollte sich in der Sächsischen Schweiz jedoch auf keinen Fall eine Wanderung entgehen lassen. Ein etwa 14 Kilometer langer Rundwanderweg, von „Saechsische-Schweiz.de“ als Geheimtipp bezeichnet, startet an der Neumannmühle im Kirnitzschtal und führt an den sogenannten Bärenfangwänden vorbei. Diese heißen tatsächlich so, weil dort früher Bären eingefangen wurden. Weitere Highlights auf der Tour: das Heringsloch, ein Pfad, der durch eine Schlucht zwischen den Sandsteinfelsen führt, die Richtergrotte und der Goldsteig. Stellenweise kann es aber recht steil werden, denn auf der Strecke werden fast 600 Höhenmeter zurückgelegt, entsprechend Zeit sollte man auch einplanen. Denn die Tour dauert ca. 5 Stunden.

Eine weitere mögliche Tour führt von Bad Schandau aus über die Felsformation Schrammsteine auf den Carolafelsen, von wo aus man eine unfassbare Aussicht auf die umliegende Umgebung hat. TRAVELBOOK-Geheimtipp: Steigen Sie von dort aus über den Schmilkaer Kessel die beängstigend steile Himmelsleiter hinab, um zum Dörfchen Schmilka zu gelangen. Hier erwartet hungrige und durstige Wanderer ein besonderes Highlight, denn in der Schmilk’schen Mühle wird heute dank der kreativen Unternehmerfamilie Hitzer wieder Mehl gemahlen – das daraus gebackene Brot und die berühmten wagenradgroßen Kuchen sind einmalig lecker. Das Highlight ist wohl aber das selbstgebraute Bier, das in verschiedenen Stärken und Geschmacksrichtungen unter einer alten Kastanie im Biergarten direkt neben dem Mühlrad gereicht wird. Mit dem „Helvetia“ steht auch Sachsens erstes Bio-Hotel in Schmilka.

Wer den Nervenkitzel sucht, kann im Elbsandsteingebirge auch wunderbar klettern, es gibt zwischen den Felsen mehrere mögliche Routen für jeden Erfahrungsgrad. Nichts für schwache Nerven ist zum Beispiel die Häntzschelstiege, die Waldarbeiter einst in die Felsen schlugen, um den Weg zu Ihrem Arbeitsplatz abzukürzen. Über mehrere Etappen geht es gut gesichert und am besten mit Guide in die steilen Felsen – Menschen mit Höhenangst sollten hier besser nicht nach unten schauen. Das kann man dann umso besser auf den verschiedenen Felsenplateaus, über die der Aufstieg führt – diesen exklusiven Ausblick genießen wirklich nur die Mutigsten.

Aus der Natur in die Stadt in wenigen Stunden

Ein weiterer großer Vorteil des Gebiets ist auch die Nähe zur tschechischen Hauptstadt Prag. In zwei bis drei Stunden – mit dem Zug dauert es etwas länger als mit dem Auto – hat man die tschechische Metropole erreicht, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist.

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Noch ein kleiner Tipp, falls Sie sich ob der Fülle an möglichen Touren und Wanderungen in der Sächsischen Schweiz erschlagen fühlen: Auf der Homepage gibt es die Möglichkeit, Touren anhand einer Karte genau zu planen, egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder Kanu.

-Mitarbeit: Robin Hartmann

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